Vom Aussterben bedrohter Stamm droht bras. Regierung mit Krieg, um Regenwald zu beschützen

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Stammesführer warnten die Behörden, dass ihre Ältesten “mit den Schädeln der Eindringlinge” traditionelle Pfeifen fertigen würden.

Ein vereinzelter brasilianischer Stamm, der tief im Amazonas-Regenwald verborgen lebt, hat geschworen, “Bogen und Pfeil” gegen jegliche Regierungskräfte einzusetzen, die ihr Territorium mit Abholzung bedrohen.

Der Arara-Clan im Para-Gebiet des Waldes warnte davor, “es könnte Todesfälle geben”, falls der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sich weigern sollte, den Handel mit Bäumen zu stoppen.

Krieger des Arara-Stammes im Amazonas-Regenwald sagen, sie würden illegale Holzfäller mit Pfeil und Bogen bekämpfen

Bolsonaro, ein rechtsextremer Verfechter des Baumfällens, der die Ursachen des Klimawandels anzweifelt, hat erklärt, er werde nicht “einen Zentimeter mehr” Land zugunsten einheimischer Gemeinschaften aufgeben.

Seit seinem Amtsantritt im Januar hat der illegale Holzeinschlag in Arara-Gebieten, die eine Fläche von 264.000 Fußballfeldern umfassen, nach Aussagen denr empörten Eingeborenen zugenommen.

Stammesführer Tatji Arara, 41, sagte gegenüber Reportern: “Jeden Tag finden wir neue Bäume, die gefällt wurden. So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt.

Bolsonaro vergiftet den Geist der Menschen. Viele Leute denken, dass er unser Land nehmen will, aber wir werden das nicht zulassen.

Wenn die illegale Holzzgewinnung weitergeht, werden unsere Krieger ihre Bögen und Pfeile einsetzen. Es könnte Todesfälle geben.”

Stammeskonflikte

Er fügte an, dass die Ureinwohner im Februar einen Lastwagen angezündet hätten, mit dem Holz illegal transportiert wurde.

Nach Angaben der im Para ansässigen Naturschutzgruppe Imazon war die Entwaldung im Amazonasgebiet im Januar um 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Das Arara-Territorium mit rund 300 einheimischen Völkern steht seit 1991 unter staatlichem Schutz.

Im Februar hatten die Führer der Arara den Behörden eine schriftliche Warnung übermittelt, wonach Stammesälteste erwägen würden, sich auf ein Ahnenritual zu besinnen und traditionelle Pfeifen “mit den Schädeln von Eindringlingen” herzustellen.

Hunderte von Vertretern indigener Gruppen verließen in der vorigen Woche den Wald, um in die brasilianische Hauptstadt Brasilia zu reisen, wo sie eine dreitägige Lobby-Mission zur Stärkung ihrer Landbesitzrechte durchzuführten.

In der Gemeinde Altamira leben rund 110.000 Menschen. Sie ist größer als die Fläche von ganz Portugal und umfasst die Ländereien der Arara.

Einfacher Lebensstil

Die Arara leben in eingeschossigen Holzhäusern, viele davon blau gestrichen, die bogenförmig um einen gut genutzten Rasenfußballplatz herum angeordnet sind.

Hähne und Hühner streifen frei um die Häuser herum.

Die Bewohner sind fest mit ihrer traditionellen Kultur verbunden, einige schmücken ihre Gesichter und Körper mit Motiven, die von Pflanzen oder Tieren aus der Region entlehnt sind, und verwenden Pigmente aus Jenipapo-Früchten.

Jeder von ihnen kann die Sprache seiner Ahnen sprechen, aber viele Älteste weigern sich, Portugiesisch zu verwenden, die Muttersprache der brasilianischen Kolonialherren.

Arara-Männer jagen wild lebende Tiere, darunter Schweine und Affen mit Pfeil und Bogen, und fangen Fische im Fluss, damit ihre Frauen Nahrung kochen können.

Manche Strafverfolger befürchten, dass ein Blutbad drohen könnte

Paulo Henrique Cardoso, ein Staatsanwalt in Altamira, sagte gegenüber Reportern: “Wir erleben eine Eskalation der Spannungen, und die Ureinwohner sind oft gezwungen, die Rolle der Strafverfolgungsbehörden des Bundes wahrzunehmen, die weit weg und nicht sehr zahlreich sind.

Es ist sehr beunruhigend zu sehen, wie die Indianer die Rolle der Polizei spielen, weil sie in solchen Konflikten oft zerrieben werden.”

Stammeshäuptling Tatji Arara hält ein Gewehr auf der Schulter, nachdem er gewarnt hat, es könnte “Todesfälle geben”, wenn der Holzeinschlag fortgesetzt wird

Das Laranjal-Stammeslager in der Gemeinde Arara aus der Vogelperspektive

Ein Treffen der Laranjal im Staat Para, in dem fast 200 Menschen im Regenwald des nördlichen brasilianischen Amazonas leben

Einheimische setzen einen Lastwagen in Brand, der zum Transport von Holz aus illegalem Holzeinschlag diente

Ein kleines Mädchen hält einen Waschbären-Junges im Stammes- Lager hoch

Kinder pumpen Wasser aus einem Auslauf, um zu trinken

Ein Arara-Jäger hält einen roten Ara, den er getötet hat, als er auf dem Land der Arara schweifte

Zwei einheimische Jungen spazieren lächelnd durch den Regenwald

Die Gemeinde liegt in der Nähe des Ufers eines Nebenflusses des Amazonas

Häuser aus Holz und Stroh demonstrieren ihre einfache Lebensweise

Einheimische Männer sitzen einem Dorf zusammen

Einheimische bauen Pfade in sumpfigen Waldgebieten, um in dem schwierigen Gelände besser herumzukommen

Arara-Kinder spielen auf dem Dorfplatz im Zentrum Fußball

Die Androhung von Gewalt seitens indigener Völker setzte ein, als nach der Wahl von Jair Bolsonaro zum neuen brasilianischen Präsidenten die Abholzung stark zugenommen hat

 

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