Tankrabatt kommt: Warum Sie am 1. Juni nicht zur Tankstelle fahren sollten

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Diesel ist erstmals seit Anfang März wieder billiger als Benzin. Was Autofahrer außerdem zum Tankrabatt ab 1. Juni wissen müssen.

Laut aktueller Sonderauswertung des ADAC kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel aktuell 2,030 Euro. Zwischen Anfang April bis Anfang Mai hatte Super E10 stets weniger als zwei Euro je Liter gekostet.

Für einen Liter Diesel müssen Autofahrende derzeit im Schnitt 2,029 Euro bezahlen. Noch vor einer Woche hatte Diesel pro Liter 7,3 Cent mehr als E10 gekostet.

Benzin und Diesel: Gewaltige Preisschwankungen

Seit Beginn des Ukraine-Krieges haben die Spritpreise eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt. Von Ende Februar bis Mitte März, in den ersten Wochen des Konfliktes, verteuerte sich Super E10 um rund 45 Cent je Liter, Diesel schnellte sogar um rund 65 Cent nach oben.

Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entsprach dies einer Preissteigerung von knapp 23 Euro bei Super E10 und mehr als 32 Euro bei Diesel.

Seit diesen Höchstständen haben Benzin und Diesel bis Mitte April wieder rund die Hälfte ihres Zuwachses abgegeben.

Tankrabatt ab 1. Juni

Der Tankrabatt ab 1. Juni soll Benzin um 30 Cent günstiger machen, bei Diesel sparen Autofahrerinnen und Autofahrer 14 Cent. Er ist Teil des milliardenschweren Entlastungspakets der Bundesregierung.
Um Geld zu sparen, verzichten viele Menschen derzeit darauf, Zapfsäulen aufzusuchen. Sie warten lieber ab, bis der Tankrabatt gilt und tanken dann voll. Auch wird nur so viel getankt, wie es unbedingt notwendig ist. Statt einmal voll, wird derzeit für 10, 20 oder 30 Euro getankt.
Schließlich lassen sich durch den staatlich geförderten Rabatt bei einer 45-Liter-Tankfüllung stolze 13,50 Euro bei Benzin und 6,30 Euro bei Diesel einsparen. Die Lage könnte sich in den nächsten Wochen verschärfen. Tankstellen-Betreiber klagen jetzt schon über sinkende Einnahmen. Das hat aber direkte Auswirkungen auf den 1. Juni.

Lange Schlangen und Engpässe drohen

Tankstellen-Besitzerinnen und Besitzer warnen in übereinstimmenden Berichten vor Engpässen und lange Schlangen. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten deshalb viel Geduld mitbringen. In einigen Fällen könnten das Benzin und der Diesel knapp werden.
Es tritt das Klopapier-Phänomen aus dem Corona-Jahr 2020 ein.
Der günstige Sprit sorgt für eine hohe Nachfrage. Tankstellen werden häufiger größere Mengen ordern wollen, doch es gibt nur wenige Spritzüge, die das Benzin und den Diesel gleichzeitig zu allen Zapfsäulen in Deutschland bringen können. Im Extremfall könnte es zu einer Knappheit kommen. Die Folge wäre auch, dass die Preise kräftig steigen.
Gleichzeitig bestellen Tankstellenbetreiberinnen und -Betreiber aufgrund der abnehmenden Nachfrage seit Anfang des Monats weniger Sprit, weil sie das flüssige Gold ab 1. Juni zu einem kleineren Preis verkaufen müssen. Es ist unklar, ob ab 1. Juni jede Tankstelle ausreichende Spritmengen zur Verfügung haben wird, um die Nachfrage zu decken.
Der Bundesverband freier Tankstellen ließ eine Anfrage von unserer Redaktion unbeantwortet.

Lieber jetzt volltanken – oder doch abwarten?

Aufgrund der unsicheren Lage wäre es tatsächlich ratsam, jetzt schon vollzutanken. Das gilt besonders für Autofahrerinnen und Autofahrer, die ihr Fahrzeug Anfang des Monats dringend brauchen.
Wer Anfang Juni nicht auf sein Auto angewiesen ist, kann abwarten und von dem Tankrabatt zu einem späteren Zeitpunkt profitieren.

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