Was man im Ernstfall zu Hause haben sollte: Eine Liste

Ob Überflutung, Quarantäne oder heftiger Schneefall: Ein Notvorrat stellt deine Grundversorgung sicher, wenn du das Haus für einige Zeit nicht verlassen kannst. Wir haben für dich zusammengefasst, was du im Ernstfall brauchst.

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Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg verschärfen bei vielen Menschen die Sorge vor einem Katastrophenfall. Doch welche Lebensmittel, Getränke und Medikamente sollte man zur Sicherheit immer zuhause auf Lager haben? Die offizielle Checkliste der Bundesregierung gibt wichtige Tipps.

„Bevorraten Sie sich nicht unnötig“ ist auf Aushängen im Supermarkt oft zu lesen. Durch die wiederholten Hamsterkäufe der letzten Jahre haben auch Vorratskäufe im Allgemeinen einen schlechten Ruf bekommen. Zwar ist es nicht sinnvoll, so große Mengen an Lebensmitteln einzulagern, dass sie den eigenen Verbrauch übersteigen und am Ende womöglich verderben. Einen überschaubaren Notvorrat zu Hause zu haben, ist dagegen durchaus empfehlenswert.

Hamsterkäuse sind immer wieder ein Problem. Oft leiden ärmere Menschen darunter, weil nur noch die teueren Marken übrig bleiben. (Quelle: Symbolfoto/imago images)

Ein Notvorrat kann in ganz verschiedenen Situationen wichtig werden. Naturkatastrophen wie Überflutungen oder Lawinen können Menschen für längere Zeit von der Außenwelt und damit von der Versorgungskette abschneiden. Auch Stromausfälle behindern die normale Grundversorgung. Und in Pandemiezeiten kann ein positives Testergebnis schnell dafür sorgen, dass du für die Dauer der Quarantäne nicht mehr einkaufen gehen kannst. In solchen Fällen solltest du genug Lebensmittel und andere Bedarfsartikel zu Hause haben, um notfalls einige Tage damit auszukommen.

Die Bundesregierung rät für den Katastrophenfall zu einem Notvorrat zu Hause, mit dem man in Notsituationen zehn Tage lang über die Runden kommen kann. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)  hat hierfür einen Ratgeber inklusive Checkliste erstellt. Du findest die Liste am Ende des Artikels als PDF zum Download.

Notfall-Vorräte anlegen: Gut gerüstet für Katastrophen, Pandemie oder Blackout

“Eine Hausapotheke, Kerzen, eine Taschenlampe, ein batteriebetriebenes Radio, eine geladene Powerbank für das Handy, Mineralwasser und natürlich ein Lebensmittelvorrat für mehrere Tage sind sicher nicht verkehrt”, meint beispielsweise Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU).

Die Menschen müssten verstehen, dass Katastrophen “nicht nur irgendwo in der Welt, sondern auch jeden Tag hier bei uns” stattfinden könnten.

Vorräte für den Notfall legt man am besten in ruhigen Zeiten an. Von “ruhig” kann man angesichts der globalen Corona-Pandemie und der aktuellen Ukraine-Krise nicht sprechen. Aber natürlich sollte man auch nicht den Teufel an die Wand malen und immer vom Schlimmsten ausgehen; doch wer jetzt noch keinen Notvorrat zu Hause hat, sollte zumindest über die Option nachdenken. Denn Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät allen Bürgern, immer einen Vorrat im Haus zu haben, mit dem man im Fall der Fälle 10 Tage lang überleben könnte.

Schon lange vor Corona-Pandemie und Ukraine-Krise veröffentlicht: Checkliste mit neuer Relevanz

Das Bundesamt gibt auf einer umfassenden Liste einen Überblick darüber, welche Lebensmittel und sonstigen Dinge hierfür in keinem Haushalt fehlen sollten.

Diese Liste wurde schon lange vor Corona und der Ukraine-Krise veröffentlicht, sie erhält durch die Pandemie und die aktuellen Ereignisse lediglich neue Relevanz. Denn grundsätzlich ist es immer möglich, dass etwas Unvorhergesehenes passiert – sei es ein Unwetter, eine Flut wie im Ahrtal, ein Schneesturm, Stromausfall oder ein Internet-Blackout.

20 Liter Wasser, vier Kilogramm Hülsenfrüchte und Gemüse: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät zu einem Vorrat, der im Notfall ein zehntägiges Überleben gewährleistet.
© Quelle: Kwangmoozaa/Getty Images/iStockphoto

Und dann ist es gut, wenn man vorbereitet ist und einige Notfall-Vorräte zu Hause hat. Die komplette Checkliste des Bundesamts für Katastrophenschutz für einen 10-tägigen Notfall-Vorrat findest du am Ende dieses Artikels zum Download.

Vorbereitung für den Notfall: Essensplan, Fluchtwege und Treffpunkte

Das “Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe” hat einen Notfall-Ratgeber veröffentlicht, in dem es allen Bürgerinnen und Bürgern dazu rät, sich zuhause einen Notfall-Vorrat für 10 Tage anzulegen.

Dieser Vorrat umfasst Lebensmittel und Getränke, aber auch Medikamente und Hygieneartikel sowie nötige Utensilien für den Brandschutz und einen möglichen Energieausfall.

Zudem erklärt der Ratgeber, was man zur Dokumentensicherung braucht und was alles ins Notgepäck gehört. Auf einer praktischen Checkliste kann man die Punkte einfach abhaken, sobald man sie besorgt und eingelagert hat.

Ziel des Notfall-Vorrats: 10 Tage ohne Einkaufen überstehen

“Im Falle einer Katastrophe wie Hochwasser, Stromausfall oder Sturm besteht die Gefahr, dass Lebensmittel nur noch schwer zu bekommen sind”, so das Bundesamt. “Sorgen Sie daher für einen ausreichenden Vorrat. Ihr Ziel muss es sein, 10 Tage ohne Einkaufen überstehen zu können. Die Lösung liegt in Ihrer Verantwortung. Ob und wie viel Sie vorsorgen, ist eine persönliche Entscheidung.”

Zudem raten die Verfasser zu engen Absprachen innerhalb der Familie bezüglich Fluchtwegen, Treffpunkten und zentralen Lagerorten von Dokumenten, wie beispielsweise Reisepässen.

Bei den Lebensmitteln ist vor allem eines wichtig: Sie sollten auch ohne Kühlung länger haltbar sein und man sollte keine Experimente wagen, sondern auf Altbewährtes setzen, das man auch in einer normalen Situation gerne essen würde. Ausgewogen sollte die Kost in jedem Falle sein. “In der folgenden Übersicht finden Sie ein Beispiel für einen 10-tägigen Grundvorrat für eine Person”, schreibt das Bundesamt für Katastrophenschutz. “Dieser entspricht ca. 2200 kcal pro Tag und deckt damit im Regelfall den Gesamtenergiebedarf ab. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Planung persönliche Vorlieben, Diät-Vorschriften und Allergien.”

Notfall-Vorräte Checkliste: Diese Lebensmittel solltest du kaufen

Die Angaben des “BBK” beziehen sich mengenmäßig auf eine Person.

Folgende Lebensmittel stehen auf der Checkliste:

  • 20 Liter Wasser – 2 Liter pro Tag und Person, 5 Liter davon sind für die Zubereitung von Nudeln, Kartoffeln und Reis eingeplant
  • 3,5 Kilogramm KartoffelnReis und Getreide
  • 4 Kilogramm Hülsenfrüchte und Gemüse – vornehmlich in Dosen oder Gläsern
  • 2,5 Kilogramm Obst – vornehmlich in Dosen und Gläsern
  • 2,6 Liter beziehungsweise Kilogramm Milch und Milchprodukte – vornehmlich Produkte, die nicht gekühlt werden müssen
  • 0,357 Kilogramm Fett und Öl
  • Gewürze, Zucker und Süßstoff

Zudem rät das Bundesamt, Fertiggerichte wie beispielsweise Dosenravioli zu bunkern. Die Anzahl der Dosen variiert individuell. Tipp: Mit dem Vorratskalkulator kannst du auf der offiziellen Webseite des Bundesamtes für Katastrophenschutz deinen persönlichen Vorrat für 1 bis 28 Tage berechnen.

Hausapotheke: Diese Mittel sollten drin sein

Neben Lebensmitteln und Getränken gehört auch eine Hausapotheke zu den Notfall-Vorräten.

Diese sollte laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe folgende Medikamente und Utensilien enthalten:

  • Verbandskasten (DIN-Norm)
  • Vom Arzt verschriebene Medikamente
  • Schmerzmittel
  • Desinfektionsmittel für die Haut
  • Desinfektionsmittel für Wunden
  • Erkältungsmittel
  • Fieberthermometer
  • Mittel gegen Durchfall
  • Salben gegen Sonnenbrand und Insektenstiche
  • Pinzette

Weitere Dinge, die du brauchst: Lampen, Wasserfilter, Radio

Zudem empfiehlt das Bundesamt für Katastrophenschutz, einen Schlafsack, wasserfeste Kleidung und Werkzeug bereitzustellen. Eine wiederaufladbare Kurbel-Taschenlampe* kann ebenfalls nützlich sein. Auch der extrem populäre Wasserfilter-Strohhalm LifeStraw* könnte eine gute Ergänzung für den persönlichen Notfall-Vorrat sein. Mehr Informationen zum LifeStraw findest du in unserem separaten Artikel.

Ebenfalls unerlässlich sind Lampen, die auch ohne Batterien funktionieren. Hier gibt es heutzutage sehr gute Lösungen, die beispielsweise über Handkurbeln oder Solar betrieben werden können. Empfehlungen zu Kurbel- und Solarleuchten findest du in unserem separaten Artikel. Nützliche Helfer für Camping und Stromausfall sind Powerbanks – wir haben die besten Akku-Erweiterungen im Check.

Wer hinsichtlich eines möglichen Stromausfalls auf Nummer Sicher gehen und sich zumindest zeitweise unabhängig vom Stromnetz machen will, sollte sich benzinbetriebene Stromgeneratoren näher anschauen. Diese gibt es in zahlreichen Varianten und Preisklassen beispielsweise bei Amazon. Mehr Informationen und Empfehlungen findest du in unserem Artikel.

Tipps für den Notfallrucksack: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt wertvolle Tipps, wie dein Notfallgepäck aussehen sollte, falls du dein Zuhause verlasen musst, und was in einem solchen Krisenfall zu tun ist.

Vorräte für Energieausfall, Brandfall und zur Dokumentensicherung

Auf der Liste des Bundesamts stehen nicht nur Lebensmittel und Getränke, also die Grundversorgung, sondern auch weiterführende Vorräte. Die Checkliste umfasst den Brandschutz, einen möglichen Energieausfall, die Dokumentensicherheit und sogar ein Rundfunkgerät und ausreichend Reservebatterien.

Der Notfall-Ratgeber mit Checkliste zum Download

Die komplette Checkliste mit allen Vorräten und Lebensmitteln für den Katastrophenfall des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist hier als Download (PDF) verfügbar.

Auch interessant: Wie gut ist Deutschland auf einen Blackout vorbereitet? Bislang ist das Stromnetz – doch das könnte sich ändern, fürchten Versicherungen und Katastrophenschützer.

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