‘The Blob’: Der Pariser Zoo präsentiert eine uralte Schleim-Art, die lernen kann und sich wie ein Tier verhält

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Er ist hellgelb, kann sich innerhalb weniger Minuten selbst heilen und er hat weder Mund, Magen, Augen noch Gehirn. Er hat zudem fast 720 Geschlechter und soetwas wie Erinnerungsvermögen.

Wenn wir von neuen Exponaten im Stadtzoo hören, stellen wir uns oft einen wunderschönen künstlichen Lebensraum vor, gepaart mit exotischen Arten, von denen wir nur Bilder in Büchern, im Fernsehen oder online gesehen haben.

Doch ein Zoo in Paris, Frankreich, geht seit der vorigen Woche einen Schritt weiter, indem er “The Blob” [“Der Klecks”] der Öffentlichkeit vorstellte – ein Wesen, das eher einem alptraumhaften außerirdischen Geschöpf oder einem prähistorischen Pilz als einem echten Tier ähnelt.

Dieser “Klecks” ist hellgelb, kann sich innerhalb weniger Minuten selbst heilen und ihm fehlen Mund, Magen, Augen oder Gehirn. Er kann jedoch immerhin Nahrung erkennen und verdauen.

Bekannt als Physarum Polycephalum – oder “vielköpfiger Schleim”, so CBS News – hat “The Blob” auch fast 720 verschiedende Geschlechter und kann sich ohne Beine, Flügel oder Flossen in einem gesunden Tempo von bis zu 5 Zentimetern pro Stunde bewegen.

Laut dem Pariser Zoologischen Park tauchte der einzellige Schimmelpilz erstmals vor etwa einer Milliarde Jahren auf dem Planeten auf. Forscher sagen, dass die Kreatur “im Wesentlichen unsterblich” ist und nur Licht und Dürre fürchten muss.

Bruno David, Leiter des Pariser Naturkundemuseums, zu dem der Zoo gehört, sagte dazu:

“Der Blob ist heute wirklich eines der außergewöhnlichsten Dinge auf der Erde. Es ist seit Millionen von Jahren hier, und wir wissen immer noch nicht genau, was es ist.”

[Übersetzung:] “Es ist schwierig, den #Blob im Baum des Lebens einzuordnen. (…) Er lehrt uns viel über den Reichtum des Lebens auf der Erde”, erklärt @BrunoDavidMNHN.
Wir sehen uns am Samstag bei @zoodeparis, um in die Welt des Blob einzutreten! 🎉 @ CNRS #RDVSauvage # 5AnsZoodeParis  —

David fügte hinzu:

“Er überrascht uns, weil er kein Gehirn hat, aber lernen kann (…) und wenn Sie zwei Blobs zusammenführen, wird der eine, der gelernt hat, sein Wissen an den anderen weitergeben.
Wir wissen sicher, dass es keine Pflanze ist, aber wir wissen nicht wirklich, ob es sich um ein Tier oder einen Pilz handelt.”

Obwohl es Wissenschaftlern derzeit unmöglich ist, die mysteriöse Kreatur zu klassifizieren, ist ihr Verhalten auf schockierende Weise tierähnlich. Sie hat nicht nur ein Gedächtnis, sondern kann auch ihr Verhalten anpassen und den Weg aus einem Labyrinth heraus finden.

David sagt:

“Der Blob verhält sich sehr überraschend für etwas, das aussieht wie ein Pilz (…) es hat das Verhalten eines Tieres, es kann lernen.”

Wissenschaftler des Zoologischen Parks züchteten den Organismus zunächst in den Labors der Einrichtung und fütterten ihn mit Haferflocken in kleinen Petrischalen, bevor der Klecks in einer Glaseinfassung auf Baumrinde übertragen wurde, auf der er sich selbst unterhält.

Der Name ‘Blob’ stammt übrigens aus dem gleichnamigen Science-Fiction-Horrorfilm von 1958 mit Steve McQueen. In dem Film taucht das Titelmonster auf, bevor es alles unterwegs auf seinem Weg in eine kleine Stadt in Pennsylvania verschlingt.

In diesem Fall sind die Wissenschaftler jedoch zuversichtlich, dass sich das gleiche Szenario in der französischen Hauptstadt nicht abspielen wird. Wir drücken ihnen jedenfalls die Daumen.

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