Klöckners neues Werbevideo mit… Nestlé – Schwere Lobbyvorwürfe von Rezo & co.

Es sieht nach einem Werbevideo aus. Doch der Nestlé Konzern streitet dies vehement ab.

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Julia Klöckner erschien in einem gemeinsamen Video von Nestlé wo sie den Konzern für das Reduzieren von Zucker und Fett in seinen Produkt lobt. Viele kritisierten sie für das, was sie als “PR-Stunt” bezeichnen, und kritisierten die Landwirtschaftsministerin dafür, dass sie die Umweltbilanz des Unternehmens nicht in Frage stellt.

Die beim Volk unbeliebte Landwirtschaftsministerin steht ohnehin stark im Verdacht nur im Interesse der Lobbys zu handeln. Dazu gibt es folgende Indizien:

➠ Glyphosat noch nicht verboten, weitere Gifte zugelassen
➠ Tiertransporte in Drittländer: Thema konsequent ignoriert
➠ Ferkelkastration: verfassungswidrige Verlängerung
➠ Schweine-Leid: Kupieren von Schwänzen und Kastenstände
➠ Küken: weiterhin Abfallprodukte
➠ Tierwohl«-Kennzeichnung: Noch wirkungslos
➠ AufklärerInnen werden kriminalisiert
➠ Versprochen sich um Bienenschutz zu kümmern, stattdessen weiteres Insektizid gegen Hummeln & co zugelassen.

Das Nestlé PR-Video mit Julia Klöckner

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist diese Woche wegen eines Videos, das ihre Kritiker als Werbung für das Schweizer Lebensmittelkonglomerat Nestle bezeichnet haben, unter Beschuss geraten. In dem Clip gratuliert Klöckner Nestle-Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch zur Initiative des Unternehmens, Fett, Zucker und Salz in seinen Produkten zu reduzieren.

“Essen und Trinken sind wichtig”, sagte die konservative Christdemokratin (CDU), “aber die Frage ist: Ist es umweltverträglich und gut für unsere Gesundheit? Deshalb war ich froh, dass wir heute über Nestles Philosophie sprechen konnten.”

Das Video war Teil einer umfassenderen Strategie, die im vergangenen Jahr zwischen dem deutschen Landwirtschaftsministerium und der Lebensmittelindustrie des Landes ins Leben gerufen wurde. Letztere haben sich darauf geeinigt, die Menge an Zucker, Salz und Fett in verarbeiteten Lebensmitteln bis 2025 freiwillig zu reduzieren.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Katrin Göring-Eckardt warf der Ministerin vor, ein “Werbevideo” für Nestle zu machen, während der SPD-Gesetzgeber Karl Lauterbach den Vorfall als “peinlich” bezeichnete.

“Zunächst ließ Klöckner Lobbyisten die Zuckersteuer und das Lebensmittelbewertungssystem streiten, und dann nimmt sie an einer Nestle-PR-Veranstaltung teil”, sagte Lauterbach.

Auch der Deutsche YouTuber Rezo kritisierte das Video. Kürzlich machte er in Deutschland Schlagzeilen, nachdem sein Video mit der Aufforderung an die Wähler, ihre Stimmzettel für die zentristischen Parteien Deutschlands bei den EU-Wahlen nicht abzugeben, mehr als 12 Millionen Mal angesehen wurde und die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer dazu veranlasste, seinen Clip als zu kritisieren voreingenommene “Propaganda”.

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Inzwischen prüft die Medienanstalt Berlin-Brandenburg den Clip. „Wir wollen erstmal hören, was da passiert ist“, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Daher wolle die Behörde sich mit dem Ministerium über den Hintergrund des Videos austauschen.

Angesichts des umstrittenen Rufs von Nestlé ist das Video doppelt bitter: Das Unternehmen steht in der Kritik, in Dürreländern mit Grundwasser zu handeln und für die Austrocknung einer ganzen Region in Pakistan verantwortlich zu sein.

Wir berichteten in der Vergangenheit des öfteren über die Verbrechen des Nestlé Konzerns, hier nochmal die Artikel in der Übersicht:

Nestlé: “Wasser ist kein Menschenrecht” (Video)

Coca-Cola und Nestlé privatisieren das größte Wasserreservat in Südamerika

Erschütterndes Video: Hier wird Regenwald vernichtet – für Nestlé & co.

Nicht nur Afrika – Jetzt leidet auch Frankreich unter Nestlé: Den Bewohnern von Vittel wird das Wasser knapp

Palmöl: Nestlé und Mars brechen ihre Versprechen

Die Dritte Welt wird zur Ader gelassen – Die Wassergeschäfte der Firma Nestlé (Videos)

Gemütliche Beziehungen von Politik und Wirtschaft

Lobbyismus oder die Vertretung von Interessengruppen ist in der deutschen Verfassung garantiert. In Deutschland ist die Lobbyarbeit in der Industrie jedoch oft umstritten, da Politiker und Branchenkenner manchmal eng zusammenarbeiten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Interessengruppen ihre Ansichten zu bestimmten Gesetzesentwürfen zu einem frühen Zeitpunkt einbringen. Einige Abgeordnete des Deutschen Bundestages haben in den unterschiedlichsten Branchen hochbezahlte Nebentätigkeiten und andere hatten vor ihrem Eintritt in den Bundestag Lobbyarbeit in der Industrie geleistet.

Das Nestle-Video dieser Woche war nicht das erste Mal, dass Klöckner für gemütliche Beziehungen zu großen Unternehmen unter Beschuss genommen wurde. Letztes Jahr wurde sie als “Bierbotschafterin” ausgezeichnet, nachdem sie ein Foto von sich selbst mit einem Pappkarton von einem Bierversanddienst getwittert hatte.

Lea Briand, Sprecherin der “Abgeordnetenwatch” (“Parliamentarian Watch”), die die Transparenz der deutschen Abgeordneten überwacht, sagte der DW, dass Klöckner im Nestle-Video “erneut die notwendige Distanz zur Lebensmittelindustrie verpasst” habe.

“Leider hat man bei Frau Klöckner den Eindruck, dass die Lebensmittelindustrie ihr näher steht als Verbraucherschutzinitiativen”, sagte Briand.

Nestle-Kontroversen

Nestle hat eine weltweit sehr kontroverse Geschichte, die in den 1970er Jahren begann, als es beschuldigt wurde, “aggressive Vermarktung” von Muttermilchersatzprodukten in armen Ländern betrieben zu haben, die zum Tod von Säuglingen beigetragen haben. Das Unternehmen ist auch wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Arbeitnehmerrechte unter Beschuss geraten, zuletzt im Jahr 2015, als bekannt wurde, dass seine in Thailand bezogenen Meeresfrüchteprodukte das Ergebnis von Zwangsarbeit waren. Nestle kündigte später einen Plan zur Verhinderung von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in seiner Lieferkette für Meeresfrüchte an.

Das Unternehmen wurde auch von der Umweltorganisation Greenpeace beschuldigt, massive Umweltschäden verursacht zu haben, einschließlich der weit verbreiteten Entwaldung seiner Kakaoplantagen. Unter dem Druck von NGOs wegen des zerstörerischen Charakters der Palmölindustrie hat Nestle zugesagt, ab 2020 nur noch nachhaltiges Palmöl zu beschaffen.

 

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