Himalaya zum ersten Mal seit 30 Jahren von Indien aus sichtbar, dank Corona-Quarantäne

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Für viele Menschen in Indien ist dieser Anblick etwas, das sie in ihrem ganzen Leben noch nie erlebt haben.
Zum ersten Mal seit 30 Jahren ist das schneebedeckte Dhauladhar-Gebirge für die Einheimischen sichtbar geworden, da die Umweltverschmutzung aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gesunken ist.

Für viele Bewohner ist der Anblick der Dhauladhar-Bergkette – was übersetzt “Weiße Bergkette” bedeutet und ein Teil des Himalayagebirges  ist – etwas, das sie in ihrem ganzen Leben noch nie gesehen haben, berichtet SBS.

Viele wollten ihre Gefühle darüber in den sozialen Medien teilen, darunter auch der ehemalige indische Cricketspieler Harbhajan Singh, der dazu schrieb:

[übersetzt:]  “Habe Dhauladar noch nie von meinem Hausdach in Jalandhar aus gesehen..konnte mir nie vorstellen, dass das möglich ist..klarer Hinweis auf die Auswirkungen der von uns verursachten Umwelterschmutzung auf Mutter Erde 🌍.. dies ist die Ansicht”

Der Umwelt-Aktivist Sant Balbir Singh Seeechewal sagte unterdessen gegenüber SBS:

“Wir können die schneebedeckten Berge deutlich von unseren Dächern aus sehen. Und nicht nur das, Sterne sind nachts sichtbar. Ich habe so etwas lange Zeit nicht mehr gesehen.”

Indien, ein Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern, steht seit dem 22. März bis mindestens 14. April unter einer strengen landesweiten Sperrung. Der drakonische Schritt schränkt die Bewegung der gesamten Bevölkerung ein und wurde von Menschenrechtsgruppen sowie Vertretern der Privatwirtschaft kritisiert, die geltend machen, die Maßnahmen seien willkürlich und schädigten das Land und seine Wirtschaft.

Am Dienstag veröffentlichte die Economic Times einen Meinungsbeitrag von Rajiv Bajaj, Vorstand eines Automobilunternehmens, in dem er argumentiert, dass “praktisch kein Land eine so umfassende Sperrung verhängt hat wie Indien; Ich glaube weiterhin, dass dies Indien eher schwächt als bei der Bekämpfung der Epidemie stärkt. ”

Die Sperrung, durch die Fabriken, Marktplätze, kleine Geschäfte, Kultstätten, die meisten öffentlichen Verkehrsmittel und Bauprojekte geschlossen wurden, hat jedoch auch eine vorübergehende Pause von den erstickenden Verschmutzungsgraden eingelegt, für die Indien bekannt ist. Immerhin befinden sich nicht weniger als 21 der 30 am stärksten verschmutzten Städte der Welt in diesem gigantischen südasiatischen Land.

 

[übersetzt:]  Von meiner Heimatstadt Punjab… hatten wir noch nie Berge gesehen 😊😊

Jemand anderes erklärte:

„Nicht nur normaler Verkehr in den Straßen, sondern auch die meisten Industriezweige sind stillgelegt. Dies hat dazu beigetragen, die Umweltverschmutzung auf ein unglaublich niedriges Niveau zu bringen.”

Laut CNN haben Regierungsdaten gezeigt, dass die indische Hauptstadt Neu-Delhi einen Rückgang der schädlichen mikroskopisch kleinen Partikel, bekannt unter der Bezeichnung PM 2.5, um 71 Prozent verzeichnet hat. Diese Partikel, die sich tief in der Lunge festsetzen und in lebenswichtige Organe und den Blutkreislauf gelangen, verursachen eine Reihe schwerwiegender Risiken für die Gesundheit der Menschen.

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Mittlerweile ist auch das vom Fahrzeugverkehr und den Kraftwerken sonst in die Luft ausgestoßene Stickstoffdioxid im gleichen Zeitraum um 71 Prozent von 52 pro Kubikmeter auf 15 gesunken.

Ähnliche Rückgänge der Luftschadstoffe wurden in Großstädten wie Bangalor, Chennai, Kalkutta und Mumbai registriert.

[übersetzt:]  Die beste Nachricht von heute sollte indes sein, dass die Dhauladar-Berge, Himachal Pradesh, und das Himalaya-Gebirge von Jalandhar (ca. 300 km Entfernung ) aus sichtbar geworden sind. Dies ist in unserem Leben noch nie passiert. Begeisternde Ausblicke….

Jyoti Pande Lavakare, Mitbegründer der indischen Umweltorganisation Care for Air, erklärte:

“Ich habe in Delhi während der letzten 10 Jahre keinen so blauen Himmel mehr gesehen … Es ist ein Silberstreif am Horizont dieser schrecklichen Krise, dass wir nach draußen gehen und frei durchatmen können.”

Indien steht kaum allein da, wenn es um eine enorme Verbesserung der Luftqualität als Folge eines harten Vorgehens der jeweiligen Regierung geht, das die Ausbreitung der Pandemie eindämmen soll.

Von China bis nach Europa hin und sogar im sonst stets durch Smog vernebelten Los Angeles haben die Betriebsstillstände und Bewegungseinschränkungen die Stickstoffdioxidkonzentrationen in ähnlicher Weise sinken lassen.

Seechewal ist über den starken Rückgang der Luftverschmutzung verblüfft. Er fügte hinzu:
“Ich hätte nie gedacht, dass ich eine so saubere Welt um mich herum einmal erleben würde. Das Unvorstellbare ist eingetreten. Es zeigt, dass nichts unmöglich ist.

 

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