Bitcoin-Mining in El Salvador mit Vulkankraft – Ist das die Zukunft?

Bitcoin wurde in dem kleinen lateinamerikanischen Land El Salvador am 7. September 2021 als gesetzliches Zahlungsmittel offiziell eingeführt. Das Bitcoin-Mining aus Geothermie soll wohl auch die Akzeptanz der Kryptowährung im Land als Zahlungsmittel erhöhen. Denn die wird durchaus kritisch gesehen.

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Bitcoin wurde in dem kleinen lateinamerikanischen Land El Salvador am 7. September 2021 als gesetzliches Zahlungsmittel offiziell eingeführt. Das Bitcoin-Mining aus Geothermie soll wohl auch die Akzeptanz der Kryptowährung im Land als Zahlungsmittel erhöhen. Denn die wird durchaus kritisch gesehen.

Präsident Nayib Bukele wies in seinem Tweet daraufhin, dass das Mining-Projekt des Landes zwar noch in Arbeit sei, aber dass man bereits dabei sei, das neue Mining-Equipment zu testen und zu installieren.
Women buy at a store at El Zonte Beach in Chiltiupan, El Salvador June 10, 2021. Picture taken June 10, 2021. REUTERS/Jose Cabezas

Erste Schritte Richtung Vulkan-Bitcoin

Bereits letzten Dienstag veröffentlichte El Salvadors Präsident ein 25-sekündiges Teaser-Video, das Aufnahmen eines von der Regierung gebrandeten Containers voller Bitcoin-Mining Rigs zeigt. Techniker, die Asic-Miner installieren und anschließen, sowie schwungvolle Landschaftsaufnahmen am Rande eines Vulkans waren ebenfalls zu sehen.

Das Video, das schlicht mit „First steps…“ betitelt wurde, wurde bereits weit mehr als zwei Millionen Mal aufgerufen.

El Salvador erfindet das Rad nicht neu

Auch wenn Bitcoin-Mining mit geothermischer Energie keine Erfindung „Made in El Salvador“ ist, ist dieser öffentliche Schritt doch ein Segen für die allgemeine Debatte über den CO2-Fußabdruck von Bitcoin.

„Es ist einfach geothermische Energie“, erklärte auch der Bitcoin-Miner Alejandro de la Torre, der vor Kurzem von China nach Texas umgezogen ist.

ver.de CHECK

„Island macht das schon seit den Anfängen des BTC-Minings.“

Schon bei Ankündigung des Bitcoin-Gesetzes im Juni hatte Bukele gesagt, er habe den staatlichen geothermischen Energieversorger LaGeo angewiesen, Betreibern von Bitcoin-Mining-Anlagen günstige Stromtarife zur Verfügung zu stellen. Das Ziel: Bitcoin-Miner mit günstigem Strom aus Geothermie anzulocken. Unter anderem stehe eine neue Anlage bereit, die Minern 95 Megawatt an regenerativ und emissionsfrei erzeugtem Strom aus Geothermie liefern könne, versprach Bukele damals.

El Salvador wird auch als “Land der Vulkane” bezeichnet. Offiziellen Angaben zufolge macht geothermische Energie bereits fast ein Viertel der inländischen Energieproduktion aus. Der Schritt El Salvadors, Bitcoin mit Hilfe von Geothermie zu schürfen, dürfte auch dem Versuch geschuldet sein, der Kryptowährung zu mehr Akzeptanz zu verhelfen. Zuletzt hat das Krypto-Mining die Kritik von Regierungen und Experten auf sich gezogen, die sich zunehmend Sorgen über Auswirkungen auf die Umwelt machen. Beim Bitcoin-Mining werden neue Bitcoins mit Hilfe von Computern erzeugt, die komplexe mathematische Probleme lösen und dafür eine große Menge an Energie benötigen.

Seit dem 7. September ist Bitcoin offizielles Zahlungsmittel in El Salvador. Das entsprechende Gesetz sieht vor, dass jeder Händler Zahlungen in der Kryptowährung annehmen muss, der technisch dazu in der Lage ist. Auch Steuern können in Bitcoin bezahlt werden. El Salvadors Regierung verspricht sich davon einen besseren Zugang zu Zahlungssystemen für Arme und leichtere Geldüberweisungen von Auslandssalvadorianern. Etwa drei Millionen Salvadorianer leben im Ausland, davon 2,5 Millionen in den Vereinigten Staaten. Insgesamt machen die Überweisungen 22 Prozent des BIP des Landes aus.

Kritiker halten dieses Argument allerdings für nicht für besonders stichhaltig. Zugang zu Finanzdienstleistungen bedeute vielmehr, zuverlässige Sparoptionen, Zugang zu Krediten zu vernünftigen Konditionen, sowie Zugang zu Versicherungen oder anderen Finanzprodukten zu haben, so der Politikwissenschaftler und Zentralamerika-Experte Christian Ambrosius von der FU Berlin. Wegen der großen Wertschwankungen der Kryptowährung sieht er zudem Gefahren für die währungspolitische Stabilität. Hinzu kämen fehlende Transparenz und die Gefahr von Geldwäsche.

Auch in der Bevölkerung gibt es zunehmend Proteste gegen Präsident Bukele und sein Bitcoingesetz. Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes Mitte September demonstrierten Tausende gegen die Einführung des Bitcoin als Zahlungsmittel und gegen eine kürzlich verabschiedete Verfassungsreform, die eine direkte Wiederwahl Bukeles im Jahr 2024 ermöglichen würde.

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