Kolumbianische Firma baut Häuser aus LEGO-ähnlichen Recycling-Kunststoffziegeln für nur 5.200 US-Dollar

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Ein kolumbianisches Unternehmen namens ‘Conceptos Plasticos’ hat eine Lösung für die Abfallproblematik gefunden, indem es Plastikmüll recycelt und zu LEGO-artigen Bausteinen formt, mit denen Familien ihre Häuser bauen können.

Umweltverschmutzung ist gewiss eines der größten Probleme der Welt. Die Zunahme der menschlichen Bevölkerung und die täglich wachsende Müllmenge führen weltweit zu immer mehr Plastikmüll, der sich am Ende in Flüssen, Meeren und Trinkwasser ansammelt.

Das kolumbianische Unternehmen ‘Conceptos Plasticos’ hat nun eine Lösung für die Abfallproblematik gefunden, indem es Plastikmüll recycelt und daraus LEGO-artige Bausteine herstellt, mit denen Familien ihre Häuser bauen können.

Conceptos Plasticos verwandelt Kunststoff- und Gummiabfälle in ein alternatives Baumaterial für Wohnungen. Der Kunststoffabfall wird geschmolzen und in eine Form gegossen, um Kunststoffblöcke herzustellen, die wie LEGO-Steine funktionieren. Die Materialien enthalten Additive, die sie feuerfest machen, und da die Struktur auf Kunststoff basiert, kann sie auch Erdbeben widerstehen. Die LEGO-ähnlichen Bausteine sind leicht zu montieren und kostengünstig.

Das Conceptos Plasticos Musterhaus ist in zwei Schlafzimmer, ein Badezimmer, ein Wohnzimmer, ein Esszimmer und eine Küche unterteilt. Es kann innerhalb von nur fünf Tagen von vier Personen errichtet werden, die keine Vorkenntnisse haben müssen. Der Preis ist sehr günstig – nur 130 US-Dollar pro Quadratmeter, das heißt für ein 40 Quadratmeter Haus macht das lediglich rund 5.200 US-Dollar.

„Allein in Bogota werden ungefähr 750 Tonnen Plastikabfälle auf die Deponie gebracht, von denen lediglich 100 recycelt werden. Wir machen 100 Häuser aus dem Plastik in Dona Juana (der Deponie der Stadt) und geben etwas einen Wert, das keinen Markt hat.“, sagt Oscar Andres Mendez, der Inhaber des Unternehmens.

Die Plastikgebäude bieten bereits bedürftigen Menschen Schutz. 2015 halfen sie 42 Familien, die gewaltsam in Guapi, Cauca, vertrieben worden waren, indem sie Familienheime für sie bauten.

Mendez, der in Bogota aufwuchs, wurde sich des schwerwiegenden Problems bewusst, das durch den Plastikmüll in Lateinamerika verursacht wird, sowie des Wohnraumdefizits von etwas 45 Prozent in jedem diser Länder. Sein Unternehmen, Conceptos Plasticos, möchte beide Probleme angehen.

Mendez sagte gegenüber Forbes:

„Wir hoffen, eine Bewegung zu schaffen, bei der immer mehr Menschen einbezogen werden. Wir möchten neue Produkte entwickeln, die eine bessere Verwendung für Tausende und Abertausende Tonnen an Plastikmüll bieten. Es wird bald mehr Kunststoffe im Meer geben als Fische, so dass wir wirklich etwas Großes tun müssen.”

Kunden des Unternehmens sind die Regierung, Nicht-Regierungsorganisationen, Stiftungen und private Unternehmen, die für die Wohnlösung der von ihnen betreuten Gemeinden zahlen. Conceptos Plasticos stellt auch Material für die Gemeinden zur Verfügung und schult sie darin, wie sie ihre Häuser aus den LEGO-ähnlichen Steinen errichten. Das verwendete Konstruktionssystem ist um 30 Prozent günstiger als herkömmliche Systeme in ländlichen Gebieten. Das Bemühen, zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen, indem die Armut verringert und Umweltrisiken gemindert werden, ist allemal definitiv lobenswert.

Verweise:

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