Islamische Führer sagen dem Plastikmüll den Kampf an

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Die EU will Einweg-Artikel aus Plastik verbieten, doch der meiste Müll stammt aus Asien. Indonesien will dagegen nun vogehen – und wendet sich an die religiösen Führer des Landes.

Werden Umweltkampagnen wirksamer, wenn sie religiös motiviert sind? 

Die indonesische Regierung hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2025 – also in den nächsten sieben Jahren – den inländischen Plastikmüll um 70 Prozent zu reduzieren. Laut den indonesischen Behörden landet ein Großteil des Plastikabfalls derzeit in den Flüssen und Meeren des Landes. Die Regierung tut sich zur Bekämpfung dessen nun mit den zwei größten islamischen Organisationen des Landes zusammen. „Nahdlatul Ulama“ und „Muhammadiyah“ erreichen gemeinsam mehr als 100 Millionen Menschen.

Wie die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtete, wollen die religiösen Führer der Organisationen bei ihren Anhängern verstärkt über die Wichtigkeit von Umweltschutz predigen und erklären, wie Plastikmüll Fluten und Erdrutsche auslösen kann.

Die überbordende Plastikflut in den Griff bekommen: Von den G7-Staaten gilt Amerika als größter Verursacher von Plastikverschmutzung in den Ozeanen. Global gesehen sind es China, Indonesien und die Philippinen.

Während des Ramadan 2018 lancierte so Indonesiens wichtigster muslimischer Rat, der „Indonesian Ulema Council“ (MUI), zusammen mit Greenpeace und dem indonesischen Ministerium für Forstwirtschaft und Umwelt eine Sensibilisierungskampagne zur Verringerung der Plastikmüllberge in Indonesien.

 

Gemeinsam bewirbt man die Benutzung wiederverwendbarer Tragetaschen, um so den Verbrauch an Plastiktüten in Indonesien zu reduzieren. Die indonesische Regierung und Geistliche der größten muslimischen Organisationen des Landes, „Nahdlatul Ulama“ (NU) und „Muhammadiyah“, wollen damit direkten Einfluss auf das Konsumverhalten ihrer insgesamt 100 Millionen Anhänger nehmen.

„In der Vergangenheit hatten wir einen umweltfreundlicheren Umgang mit Plastik“, sagt Fitri Aryani von Nahdlatul Ulama. „Wir wollen zu der Zeit zurückkehren, als unsere Großeltern noch traditionelle Taschen nutzten.“ Diese könnten beispielsweise aus Rattan oder Bambus hergestellt werden. Zudem wollen die islamischen Organisationen in den Schulen nun das Umweltbewusstsein stärken und Recyclingprogramme ausbauen.

In der jüngeren Vergangenheit wurden Videos von indonesischen Küsten veröffentlicht, in denen sich Taucher in einer Flut aus Plastikabfällen wiederfinden. Derzeit werden in Indonesien fast 10 Milliarden Plastiktaschen im Jahr verwendet. Das südostasiatische, muslimische Land ist nach China der größte Produzent von Abfällen dieser Art.

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